Friedrich V. (erw. 1253, gest. 1290) hatte nach der Besitzerweiterung infolge der Meranischen Erbschaft seinen Sohnen Friedrich VII. (gest. 1332) und Ulrich I. (gest. 1311) eigene Herrschaften zugewiesen. Die Teilung durfte mit dem Tod des Vaters 1290 in Kraft getreten sein. Ulrich I., Stammvater der alttruhendingischen Linie am Hahnenkamm, verstarb bereits 1311 ohne mannliche Erben. Besitz und Rechte fielen uber die Erbtochter an die Grafen von Schaunberg und die Edlen von Neuffen. Die wirtschaftliche Situation der obermainischen Linie erlaubte es nicht, deren Forderungen abzulosen, um so das Erbe zu sichern. Von der Zersplitterung der alttruhendingischen Herrschaft profitierten vor allem die Burggrafen von Nurnberg; die Grafen von Oettingen konnten nur die Burg Spielberg an sich bringen.
Truhendingen, Herren/Grafen von
Frankische Adelsfamilie, die erstmals 1129 bezeugt ist. Die Familie zahlte ursprunglich zu den Edelfreien und fuhrte ab 1264 den Grafentitel. Fruhestes Zentrum war Altentrudingen (Lkr. Ansbach), das schon Mitte des 12. Jahrhunderts zugunsten von Hohentrudingen und der Rodungsherrschaft im Hahnenkamm (Lkr. Wei?enburg-Gunzenhausen) aufgegeben wurde. 1260 gelang es den Truhendingern, einen Teil des Erbes der Andechs-Meranier in Oberfranken um Baunach und Sche?litz (Lkr. Bamberg) zu gewinnen. Seit den 1280er Jahren geriet die Familie in eine finanzielle Krise, von der sie sich bis zu ihrem Ende nicht mehr erholen konnte. 1290 entstanden zwei Linien. Der alttruhendingische Zweig starb bereits 1311 aus. Damit ging auch der Stammbesitz der Familie verloren. Der orbermainische Zweig behauptete sich bis Anfang des 15. Jahrhunderts, musste aber immer mehr Guter an die Bischofe von Bamberg und die Burggrafen von Nurnberg verkaufen. 1458 wird die Familie letztmalig erwahnt.
Herkunft und fruheste Erwahnung
Die Familie erscheint urkundlich erstmals 1129 in einer Zeugenreihe des Eichstatter Bischofs als Edelfreie. Das ursprungliche Familienzentrum ist wohl in einer Gutergruppe in und um Pfafflingen im Nordlinger Ries zu lokalisieren. Gefordert durch die Staufer siedelte sich die Familie im Immunitatsbereich des Eichstatter Bannforstes an. In Altentrudingen (Truhtmuntinga) entstand der erste Herrschaftssitz (Gde. Wassertrudingen, Lkr. Ansbach).