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Die Platte, die sich in der Einhards-Basilika befand, ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts verschollen
Die Gestalt der Platte ist durch eine Zeichnung bei Schneider uberliefert. Oben im Feld ist in kleinen Reliefs die Verkundigung an Maria dargestellt. Darunter steht der Verstorbene mit gefalteten Handen in voller Rustung unter einem gotischen Dreipa?bogen auf einem Lowen. Neben seinem rechten Bein ist ein Vollwappen angebracht. Die Grabinschrift lauft auf dem Rand zwischen Linien um. In den Ecken der Platte befinden sich die vier Evangelistensymbole: oben links der Engel des Matthaus, oben rechts der Adler des Johannes, unten rechts der Stier des Lukas und unten links der Lowe des Markus.
Nach Schneider, Taf. II,32.1.
Die Umzeichnung der Inschrift zeigt Ungenauigkeiten bei vielen Buchstaben, was darauf schlie?en la?t, da? der Zeichner den Text an mehreren Stellen nicht verstanden hat.
Die Platte entspricht in ihrem Aufbau und in der Gestaltung mit den vier Evanglistensymbolen in den Ecken der Leisten sowie der Darstellung der Verkundigung im Feld dem Grabmal fur den 1387 verstorbenen Schenken Heinrich I. Vermutlich entstammen die Platten fur Konrad und Heinrich ebenso wie die Platten fur ihre Ehefrauen derselben Werkstatt.
Wappen: Erbach.
Umschrift: + hic • • iacet • / d(omi)n(u)s • conraddus • pincerna • senior • d(omi)n(u)s • de • erpach • dict(us) • ravch • qvi • obiit • / + anno • d(omi)ni • m • cccxc • iii • f(e)ria • sexta • an(te) / g(re)grorii • pape • a(n)i(m)a • ei(us) • reqviescat • in • sancta • pace • amen •
Ubersetzung: Hier liegt Herr Konrad Schenk der Altere, Herr zu Erbach genannt Rauch, der im Jahre des Herrn 1393 am Freitag vor (dem Fest) des heiligen Papstes Gregor (7. Marz) starb. Seine Seele moge in heiligem Frieden ruhen, Amen.
Schrift: Gotische Minuskel
Konrad war ein Sohn Eberhards VI. genannt Rauch und der Uda von Rodenstein und war mit Anna von Bruck verheiratet. Im Jahr 1355 erwarb er die Burg Furstenau und die Halfte des Dorfes Konig von Erzbischof Gerlach von Mainz. Die Burg Furstenau wurde danach zum Stammsitz der Linie Erbach-Reichenberg, die sich nun nach ihr nannte.