A0262
 
A0262
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Personal Data
Title Saint Patroklus
Dating 1230?
Location Soest
Type of the object statue
Provenance Sankt Patroklus church, Soest, Nordrhein-Westfalen, Germany
Place of exposition LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster, Germany
Date of manufacturing fruhes 13. Jh.
about 1230
Artist in der Werkstatt des Paradiesportals des Doms zu Munster
Werkstatt des Paradiesportals des St. Paulus Doms in Münster
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(Link)
Original der Patroklusstatue, heute im LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster
Auf einer Säule zwischen den Rundbogen der Orgelempore an der Westseite ist eine Statue des Patroklus aufgestellt. Er posiert mit Ritterrüstung, Adlerschild des Reiches und gezogenem Schwert als Beschützer des Stiftes und der Stadt.

(Link)
Werkstatt des Paradiesportals des St. Paulus Doms in Münster
Hl. Patroklus aus St. Patrokli in Soest
'St Patroclus from St Patroclus Church in Soest. Patroclus is the patron saint of the collegiate church of the same name in Soest. The figure of the young knight originaly stood in the west part of the church.
Date circa 1230
Westphalian State Museum of Art and Cultural History
Place of creation - Soest ?
Place of discovery - St. Patrokli in Soest

Archivnummer 01_3321
Reihe MZA 203 I Soester Kunstgeschichte (Mittelalter)
Titel St. Patroklus, Steinskulptur, fruhes 13. Jh., Aufnahmedatum der Fotografie ca. 1913.
Ort Soest
Land Nordrhein-Westfalen
Erstellungsdatum ca. 1913
Urheber Genau, Heinrich
Copyright © LWL-Medienzentrum fur Westfalen
Bildsammlung 001 Slg. Historische Landeskunde_1
Format Glas pos 08 x 10 SW
Mehr Informationen zu Slg. Schulbildreihen 1920er-1930er Jahre

Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
(Link)
Soest? (Herstellungsort)
St Patroclus from St Patroclus Church in Soest
um 1230
Baumberger Sandstein
Hohe: 237,0 cm
Breite: 68,0 cm
Tiefe: 24,0 cm
Obj. no. D-55 LMSkulpturDer Soester Stadtpatron erscheint in diesem monumentalen Standbild als wehrhafter Ritterheiliger, bekleidet mit u.a. Kettenhemd, Schuppenharnisch, Stulpenhandschuhen und einem lange Mantel. Entschlossen und elegant zugleich prasentiert er mit beiden Handen sein kurzes Schwert, dessen unteres Drittel verloren ist. Besto?en ist auch das jugendliche Gesicht des Martyrers, das von langen Locken gerahmt wird. Auf seinem Kopf tragt Patroklus einen Bugelhelm in Form eines Fursten- oder Herzoghutes, dessen breite Zierbander mittels der insgesamt nicht mehr vorhandenen Farbfassung eine Goldschmiedearbeit imitierten.
Die um 1230 in der Werkstatt des Paradiesportals des Doms zu Munster entstandene Figur hatte ihren Standort ursprunglich auf einer hohen Saule im Westteil der Patroklikirche. Ikonographisch markiert sie eine wichtige Etappe in der Entwicklung des Patroklus, vom aus Koln importierten Stifts- zum Soester Stadtheiligen, vom frommen Burger aus Troyes, der noch im verlorenen Wandbild des 12. Jhs. in der Ostaspis als fruhchristlicher Martyrer in langem Gewand mit Palme erscheint, zum gerusteten Roland. Das Sandsteinbildnis weist erstmals Attribute auf, die – wie das Schwert – nichts mit dem Martyrium des Heiligen zu tun haben, sondern ihn nunmehr als Schutzpatron auszeichnen.
Diese Entwicklung steht auch in Zusammenhang mit der Kreuzzugsbewegung und der Idealisierung des Rittertums, das den burgerlichen Eliten neue Identifikationsmoglichkeiten bot. Die in Soest feststellbare Polarisierung zwischen Stiftskapitel bzw. erzbischoflichem Kolner Stadtherren und Burgerschaft schlug auch in der Nutzung der Stiftskirche nieder. Wahrend der Westbau mit der alteren bzw. jungeren Patroklusfigur zunehmend von ersteren beansprucht wurde, waren die geistlichen und liturgischen Belange der Kanoniker im Ostbau, dem spatere Standort des Patroklischreins (s. GOS 430) verortet. Allerdings greift die in den verschiedenen Patroklus-Darstellungen sich abzeichnende Abkehr von der Kolner Herrschaft in der Steinfigur noch nicht: Der prachtige Herzogshut verweist auf die kurfurstliche Wurde des Kolner Metropolitans und entspricht einer wohl zugehorigen Inschrift im Westbau, in der es hei?t „Soest, ich, Patroklus, bin Dir Herzog und Patron“. PM
Literatur:
Thummler, Hans: »Die Patroklussaule in Soest«, in: Westfalen 45, 1967, S. 78–96 [Wiederabdruck in: Thummler, Hans: Zur Architektur und Skulptur des Mittelalters. Gesammelte Aufsatze (Beitrage zur Kunstgeschichte des Mittelalters und der Renaissance 7), Munster 1998, S. 373–384].
Schafer, Ulrich: »Skulptur und Plastik im mittelalterlichen Soest«, in: Heinz-Dieter Heimann (Hrsg.), Die Welt der Burger. Politik, Gesellschaft und Kultur im mittelalterlichen Soest (Soester Beitrage, Band 53) 1996, S. 527–622.
Ehbrecht, Wilfried: »Das mittelalterliche Soest – eine Stadt der Heiligen«, in: Gerhard Kohn / Norbert Wex / Wilfried Ehbrecht (Hrsg.), Soest. Geschichte der Stadt, 6 Bde., Bd. 1: »Der Weg ins stadtische Mittelalter. Topographie, Herrschaft, Gesellschaft«, Soest 2010, S. 987–1042.
Goldene Pracht. Mittelalterliche Schatzkunst in Westfalen [Ausst. Kat.], Munchen 2012, Kat. Nr. 71 (Petra Marx).

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